Auftaktspiel bei den Mixed 40 - Nichts für Nervenschwache
Auftaktspiel bei den Mixed 40 - Nichts für Nervenschwache

Es war, sagen wir mal, kein Spiel für schwache Nerven, die erste Auseinandersetzung des Mixed-40-Teams des TC Ettlingen am Samstag, 14. August 2021, gegen den TC Rebland auf heimischer Anlage. Als der Berichterstatter so gegen die Hälfte des ersten Satzes auf den Platz kam, sah es eher nach einer ordentlichen Klatsche für die einheimische Frau- und Mannschaft aus. In fünf Einzeln lag man deutlich zurück, nur eines zeigte eine deutliche Tendenz zugunsten der Ettlinger. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So nach und nach begannen die Spiele zu kippen.
Dabei brachte es Torsten Schach als Herren-Einser fertig, die Grenzen der Quantenphysik zu sprengen. Obwohl er nach eigener Aussage im ersten Satz noch gar nicht auf dem Platz war, konnte er diesen dennoch verlieren. Bekanntlich sind ja nur Quanten in der Lage, zur gleichen Zeit in unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Zuständen zu existieren. Dann aber kam er doch zu sich und konnte Satz 2 und nach Abwehr eines Matchballs gegen sich den Match-Tiebreak für sich entscheiden (2 zu 6, 6 zu 1, 11 zu 9). Petra Fempel spielte mal wieder Cruella de Vil und ließ ihrer Gegnerin mit 6 zu 0 und 6 zu 1 keine Chancen. Petra strahlt in diesem Jahr einfach eine überragende Dominanz auf dem Platz aus. Den dritten Punkt in den sechs Einzeln holte Ellen Stenschke, die im Tal des Todes (Platz 4) bei hochsommerlichen Temperaturen die Grenzen der nervlichen Belastung bei den Zuschauern wohl austesten wollte: drei Tiebreaks! Es soll Zuschauer geben, die sich danach neue Fingernägel implantieren ließen (6 zu 7, 7 zu 6, 10 zu 7). Tja, und dann kam Sven Greiner. Er ist der VW Käfer unter den Tennisspielern: Er läuft – und läuft – und läuft. Auch er kostete wie Torsten und Ellen das Programm voll aus und spielte seinen Gegner über drei Sätze mürbe (4 zu 6, 7 zu 5, 10 zu 6), nachdem er im zweiten Satz bereits 1 zu 5 zurückgelegen hatte!

4 zu 2 hieß es also nach den sechs Einzeln. Ergo fehlte „nur“ noch ein Sieg in einem der drei ausstehenden Doppel zum Gesamtsieg. Und das Drama á la Shakespeare nahm seinen Lauf, verlor man doch recht zügig das Einser- und das Dreier-Doppel. Und auch das Zweier-Doppel mit Torsten Schach/Ewa Schmidt entwickelte sich wenig erfreulich. Der erste Satz ging klar verloren. Doch wie zwei Phönixe (??? – ist das die korrekte Mehrzahl?) aus der Asche schwebten beide im gewonnenen zweiten Satz und im Match-Tiebreak gemeinsam dem Tennis-Olymp entgegen: 1 zu 6, 6 zu 3, 10 zu 5. So kam am Ende ein 5 zu 4 für den TCE raus. Bemerkenswert: Alle vier gespielten Match-Tiebreaks gingen zugunsten der Ettlingerinnen und Ettlinger aus – und das noch gendergerecht geteilt. Der TCE hat sich damit auch in dieser Frage mal wieder als die Speerspitze des gesellschaftlichen Fortschritts präsentiert.
Die nächste Begegnung des Mixed-40-Teams findet am Samstag, 21. August 2021, ab 13 Uhr beim TC BW Gaggenau statt.

geschrieben von: jb, 16.08.2021 10:40  Uhr